Ausbau von Außengebieten

Der Breitband-Zweckverband Dithmarschen (BZVD) wurde 2012 gegründet und hat die Aufgabe, den Ausbau und späteren Betrieb eines Glasfasernetzes in ganz Dithmarschen zu organisieren. Nach einer europaweiten Ausschreibung wurde im Jahr 2015 die Stadtwerke Neumünster (SWN) GmbH als Partner für den Bau des Netzes und als Internetdienstleistungsanbieter gefunden.

In den Verträgen mit SWN ist nur der wirtschaftlich tragfähige Ausbau von 95% der Hausanschlüsse in ganz Dithmarschen geregelt. Nur durch diese Beschränkung ist ein eigenwirtschaftlicher Ausbau möglich und das Pachtmodel tragfähig.

Im Rahmen der Ausschreibung ist Dithmarschen in Ausbaucluster unterteilt worden. Jedes Cluster umfasst eine Unter- oder Mittelzentrum und mehrere Dörfer. Es gibt insgesamt 28 Ausbaucluster. Um das wirtschaftliche Risiko für den Verband und SWN zu minimieren, erfolgt der Glasfaserausbau in einem Cluster nur, wenn erfolgreich vermarktet wurde.

Der Ausbau in den sogenannten Kerngebieten ist zum jetzigen Zeitpunkt zu mehr als der Hälfte erfolgt. Bis zum Jahr 2023 wird voraussichtlich das Kerngebiet vollständig vermarktet sein.

Die restlichen 5% der Hausanschlüsse (Außengebiet), die nicht durch den Regelausbau erreicht werden können, müssen mit der Hilfe von Fördermitteln ausgebaut werden, da hier der Ausbau bezogen auf die Anzahl der erreichbaren Hausanschlüsse sehr teuer ist. Ein eigenwirtschaftlicher Ausbau ist hier nicht möglich.

Der Verband organisiert seit längerem die Einwerbung von Fördermitteln auf Landes- und Bundesebene.

Um Fördermittel auf Landes- oder Bundesebene zu erhalten sind einige formale Schritte einzuhalten.

Für Bundesfördermittel gilt folgender vereinfachter Ablauf:

  1. Zunächst muss für das betroffene Gebiet in einer Markterkundung ermittelt werden, dass kein anderer Marktteilnehmer plant in den nächsten Jahren das Gebiet mit schnellem Internet zu versorgen.
  2. Anschließend erfolgt eine europaweite Ausschreibung des Netzbetriebes.
  3. Ist der Netzbetreiber gefunden, kann man beim Bund den Förderantrag stellen. Mit einer vorläufigen Bewilligung kann man anschließend die Bauleistungen ausschreiben.
  4. Sind die Bauleistungen vergeben, bekommt man einen endgültigen Förderbescheid und kann mit dem Ausbau starten.

Für Landesmittel gilt folgender vereinfachter Ablauf:

  1. Zunächst muss in einer Markterkundung für das betroffene Gebiet ermittelt werden, das kein anderer Marktteilnehmer plant in den nächsten Jahren das Gebiet mit schnellem Internet zu versorgen.
  2. Nach der Markterkundung kann beim Land der Förderantrag gestellt werden.
  3. Anschließend erfolgt die europaweite Ausschreibung des Netzbetriebes.
  4. Ist der Netzbetreiber gefunden, kann man anschließend die Bauleistungen ausschreiben.
  5. Sind die Bauleistungen vergeben, kann mit dem Ausbau starten.

Aktueller Stand

  1. Ausbaugebiete 1-3 und 4-5
    1. Die Markterkundung ist abgeschlossen und vom BKZSH bewertet worden. Es hat sich kein Marktteilnehmer gefunden, der in den nächsten Jahren die Gebiete mit schnellem Internet versorgen will
    2. Es sind zwei Fördermittelanträge beim Land-SH beantragt und bewilligt worden.
    3. Die Betreiberausschreibung ist Anfang August veröffentlicht worden und läuft bis Ende November 2020
    4. Für die Bauausschreibung ist ein Leistungsverzeichnis erstellt worden.
  2. Ausbaugebiete 6-28
    1. die Markterkundung ist abgeschlossen und ist vom BKZSH bewertet worden
    2. Die europaweite Betreiberausschreibung wird vorbereitet
    3. Einwerben von Bundesfördermitteln, einschließlich der Aufstockung durch Landesmittel, wird vorbereitet
    4. Für die Bauausschreibung ist ein Leistungsverzeichnis erstellt worden